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Zwischenfragen im Unterricht: Störend oder ein wichtiger Bestandteil?

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(C) wavebreakmedia / shutterstock

Als angehende*r Lehrer*in kennst Du vielleicht die folgende Situation: Dein Unterricht kommt nur inkonstant voran. Du stehst unter Druck und musst die begrenzte Lernzeit effizient nutzen. Dazu kommen Zwischenfragen seitens der Schüler*innen. Manchmal erweckt es den Eindruck, dass diese Fragen das Weiterkommen im Unterricht verhindern und Dich in Zeitnot bringen. Doch sind solche Fragen wirklich ein Hindernis im Unterricht, dass das direkte Erreichen der Lernziele stört? Was kannst Du aus den Fragen der Schüler*innen erfahren?

Zwischenfragen aus Sicht der Schüler*innen sehen

Um diese Frage zu beantworten, ist es unerlässlich die Perspektive der Erwachsenen zu verlassen und die der Schüler*innen einzunehmen. Stell Dir die folgende Situation vor. Eine*r Deine*r Schüler*innen stellt im Religionsunterricht folgende Frage: "Warum sterben Menschen?". Solche Fragen solltest Du als Pädagoge keineswegs ignorieren oder unbeantwortet im Raum stehen lassen. Denn in den Fragen der Schüler*innen kann mehr aufgefunden werden, als Du vielleicht bisher angenommen hast.

Was kannst Du durch die Zwischenfragen herausfinden?

In den Fragen Deiner Schüler*innen kannst Du entdecken, wie die Kinder Denken und Nachdenken. Du kannst herauslesen, was sie in ihrem Alltag beschäftigt und wofür sie sich interessieren. Außerdem kannst Du aus Fragen wie: "Warum sterben Menschen, warum lässt Gott so etwas zu?" die Ängste und Befürchtungen Deiner Schüler*innen herausfiltern. Du erfährst, dass sie sich über weitaus mehr Dinge Gedanken machen, als über den Unterrichtsstoff. Kinder lassen ihre Gedanken schweifen und bleiben an Sachverhalten hängen, wofür sie eine Antwort verlangen.

Zudem geben Dir die Fragen Rückmeldung zu Deinem Bildungsangebot. Denn wo keine Fragen entstehen, kann es keinen Bildungsprozess geben. Durch Fragen verdeutlichen Dir die Schüler*innen, was sie von dem verstanden haben, was Du ihnen zu vermitteln versucht hast. In den Fragen wird ein Ursprung der Bildung sichtbar: Wenn Kinder gewisse Sinnzusammenhänge nicht verstehen würden, wären sie nicht in der Lage, Nachfragen zu stellen.

Ohne Zwischenfragen ist alles nichts

Festzuhalten ist, dass Du Dir bewusst Zeit nehmen solltest, um die Zwischenfragen im Unterricht ehrlich zu beantworten. Die Fragen erhalten ein Verlangen nach Wissen und Aufklärung. Wo keine Fragen entstehen, geht der Unterricht ins Leere. Außerdem erhältst Du durch die Fragen Angebote zum Gespräch, woran Du anknüpfen und das Interesse seitens der Schüler*innen erweitern solltest. Denn wer fragt, will verstehen. Und es ist die Aufgabe einer qualifizierten Lehrkraft, auf dieses Bedürfnis einzugehen. Zwar können die Fragen im Unterricht noch nicht alles sein, aber ohne die Fragen ist alles nichts.

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