Ablauf der ersten Tage

Mit dem Referendariat beginnt eine aufregende Zeit. Was in den ersten Tagen auf Euch zukommt, berichtet Euch im folgenden Artikel eine Referendarin. Der Artikel soll kleine oder größere Ängste nehmen und Euch die Möglichkeit geben, Euch bestmöglich auf die ersten Tage vorzubereiten.

Die Vereidigung

Der erste Tag des Referendariats beginnt mit der Vereidigung. Wer nicht vereidigt wird, nimmt selbstverständlich nicht daran teil, dies betrifft allerdings nur Seiteneinsteiger oder die Länder, in denen nicht alle Referendare/ Anwärter vereidigt werden.

Erfahrungsgemäß sind alle vor der Vereidigung sehr aufgeregt – immerhin ist es ein sehr bedeutsamer Staatsakt. Wirklich spannend ist es allerdings nicht. Ihr werdet im Vorfeld durch Eure Studienseminarleitung begrüßt und bekommt eine Belehrung über Eure Rechte und Pflichten. Im Anschluss findet die Vereidigung statt. Dabei sprecht Ihr nach, was Euch vorgesprochen wird. Es ist also nicht besonders schwierig. Trotzdem darf man sich hinterher etwas erhabener fühlen, denn von nun an seid Ihr Beamte und damit Vertreter unseres Staates.

 

Einführungsseminare

Der Vorbereitungsdienst beginnt zunächst mit den Einführungsseminaren, für die Ihr außer den geforderten Unterlagen nicht viel mitbringen müsst. Da jedes Studienseminar anders organisiert ist, ist es an dieser Stelle schwierig zu sagen, wie der Tag oder die Woche bei Euch direkt weitergehen wird. Im Grundsatz sind die Abläufe jedoch ähnlich.

Wir hatten fünf Tage (den Rest der Sommerferien), in denen wir uns organisatorischen und pädagogischen Fragen gestellt haben. Dabei haben wir sehr viele praxisnahe Fallbeispiele bearbeitet und einen ersten Einblick in rechtliche Grundlagen unseres Berufes erhalten.

Auch in der Schule geht es nun langsam los. Wir haben von unserem Studienseminar eine Art Leitfaden für die ersten Tage in der Schule mitbekommen. Da stand vor allem die Erkundung der Schule auf dem Programm. Es ist auch gut, wenn Ihr bereits erfahrene Referendare/ Anwärter an Eurer Schule habt, denn sie helfen Euch häufig, wo sie können. Ansonsten nutzt Ihr die Zeit, um Eure Mentoren kennenzulernen und den ersten Unterricht vorzubereiten.

 

Kontakte knüpfen

Die ersten Tage sollte man bestenfalls nicht nur für die Inhalte nutzen, sondern auch für das Schließen von Freundschaften und Fahrgemeinschaften. Abhängig von der Landkreisgröße muss man sich darauf einstellen, relativ viel zu fahren, vor allem zu den Seminarveranstaltungen. Wer ein Auto hat, ist gut dran. Häufig muss man aber auch öffentliche Verkehrsmittel oder eine Fahrgemeinschaft nutzen. Neben organisatorischen Fragen ist es auch immer gut, mit anderen in engen Austausch zu treten, damit Ihr Euch gegenseitig Tipps für die Vorbereitung von Unterrichtsstunden geben könnt.

Der erste Unterricht

Die ersten Tage in der Schule sind vor allem deshalb spannend, weil man das erste Mal eigenverantwortlich vor einer Klasse steht. Die Planung einer Unterrichtseinheit und der ersten Stunden ist somit sehr wichtig. Es ist hilfreich, wenn Du Unterstützung durch Deine Mentoren bekommen kannst, insbesondere bei der Planung einer Einheit. Sind diese aufgrund irgendwelcher Umstände verhindert, kannst Du es sicherlich auch selbst schaffen. Dafür solltest Du Dir zunächst die entsprechenden Bücher und bestenfalls auch Lehrerhandreichungen anschaffen, die Du für Deine jeweiligen Fächer brauchst. Eine gute Anlaufstelle sind der Schulassistent oder die Fachkonferenzleitungen. Zudem kannst Du Dir das Kerncurriculum/ Bildungspläne und den schuleigenen Arbeitsplan zur Hand nehmen. Gute schuleigene Arbeitspläne enthalten meist schon grobe Anweisungen, wie lange Du mit einer Unterrichtseinheit verbringen solltest. Die Schulbücher sind thematisch aufgebaut. Die Inhalte einer Einheit sind häufig gut eingeteilt, weshalb Du sie bei Deiner Planung als Orientierung nutzen kannst.

Kennenlernen der Schüler

In der ersten Woche machst Du zudem hauptsächlich Kennenlernstunden mit Deinen Klassen. Denk Dir eine nette Aufgabe aus, bei denen sich die Schülerinnen und Schüler möglichst aktiv vorstellen müssen (Interview, Bild malen, etc.). Ich hatte anfangs hauptsächlich 90-Minuten Stunden. In der ersten Woche hatte ich wirklich Angst, die Stunden nicht füllen zu können. Das ist aber in den allermeisten Fällen komplett unbegründet. Häufig plant man viel zu viel und kann seine Stunde gar nicht bis zum Ende durchziehen. Um Deine Aufregung zu reduzieren und Dir eine gewisse Sicherheit zu geben, kannst Du ein nettes Spiel oder ein zusätzliches Arbeitsblatt mitbringen.

Umgang mit »schwierigen Klassen«

Es ist durchaus sinnvoll, sich etwas für »schwierige Klassen« zurechtzulegen. Wann reagierst Du auf Störungen? Welche Rituale führst Du ein, um Ruhe zu erreichen? Wie reagierst Du auf Störungen oder Missachtungen Deiner Regeln? Ich habe für meinen Deutschunterricht ganz klassisch Grammatikübungen parat liegen. Die können sowohl vor der Tür, als auch zu Hause oder nach der sechsten Stunde geübt werden. Sie trainieren auch gleichzeitig die Inhalte. Für das Fach Biologie habe ich mir überlegt, dass die Störenden zu Hause einen Kurzvortrag zu einem festgelegten Thema vorbereiten und in der nächsten Unterrichtsstunde präsentieren sollen.

Dein zukünftiger Arbeitsplatz: die Schule

Neben den unterrichtlichen Verpflichtungen solltest Du auch Deine Schule genauer unter die Lupe nehmen. Beschäftige Dich beispielsweise mit folgenden Fragen: Wo ist der Vertretungsplan? Wann hast Du Pausenaufsicht? Wo ist der Plan zur Raumverteilung? Welche Regeln herrschen beim Kopieren (manche Schulen haben unter anderem kein Geld für Kopien)? Weiterhin ist es nützlich, Deine Telefonnummer im Sekretariat zu hinterlegen und Dir einen IServ – Zugang einzurichten.

Dienstbesprechungen und Konferenzen

Insbesondere zu Beginn des Schuljahres stehen viele Dienstbesprechungen und Konferenzen auf dem Plan. In der ersten Dienstbesprechung nach Beginn Eures Vorbereitungsdienstes werdet Ihr dem Kollegium offiziell vorgestellt und erhaltet meist die Gelegenheit, kurz etwas von Euch zu erzählen.