Alternative Berufe nach der Lehramtsausbildung

Lehramt? Ein Traumberuf! - Das hast Du bestimmt gedacht, als Du Dich für das Studium entschieden hast. Nach ungefähr fünf Jahren Studium begann dann das Referendariat. Das Referendariat ist eine schwierige Zeit, die Dich an Deine Belastungsgrenze bringen kann. Und nun fragst Du Dich auch noch, ob es sich wirklich um Deinen Traumberuf handelt... Es ist sicherlich nicht für jeden der beste Beruf der Welt und manchmal scheitert man einfach. Vielleicht schafft man das Referendariat mit Hängen und Würgen, vielleicht auch nicht. Manch einer war auch einige Jahre gestandener Lehrer, bevor die Erkenntnis kam: Ich kann in diesem Beruf nicht arbeiten. Doch besser etwas später zu Dieser Erkenntnis kommen und sich diese eingestehen, als nie! Denn daraufhin hat man die Chance, etwas in seinem Leben zu ändern und einen neuen Weg einzuschlagen. Auf diesem neuen Weg muss das Lehramtsstudium auch nicht umsonst gewesen sein, sondern Du kannst daraus sicherlich einen Nutzen ziehen!

Die Meinungen anderer und Deine eigenen Gedanken

Auf so eine Hiobsbotschaft reagiert das Umfeld natürlich schwer schockiert.

»Aber warte doch erstmal ab, vielleicht...«, »Nach so kurzer Zeit kannst Du doch nicht sagen, dass...«, »Sicher, dass Du es nicht doch schaffst, wenn...?«, »Halte durch, XY hat gesagt...«. So klingen schnell die Sätze der Lieben, die noch nicht ganz glauben wollen, dass Du nun fortan kein/e Lehrer/in mehr sein kannst oder willst.

Gerade für diejenigen, die das Referendariat abbrechen oder nicht bestehen, ist diese Zeit besonders schwierig. Häufig braucht man dann ganz viel Kraft - insbesondere weil meist der kleine Rest Selbstbewusstsein, der sich in den vergangenen Monaten stetig verkleinert hat, wieder gerettet werden muss.

»Wenn ich das nicht kann, kann ich vielleicht gar nichts«, »Wer will mich schon nehmen?«, »Es gibt doch gar keine Alternative für mich.«, »Ich ende mit Hartz IV auf dem Sofa!«

Dies sind Gedanken, die einem dann häufig im Kopf herumwirbeln und das Leben schwer machen. Es ist eine Art Trauerprozess, sich von der alten Lebensplanung zu verabschieden und neu anzufangen. Glück hat, wer Unterstützung bekommt. Wer in seinem Umfeld keine bekommt oder einfach auch Erfahrungsberichte braucht, sollte sich in Foren umsehen. Empfehlenswert ist die Gruppe »Lehrer auf Abwegen«, welche auf Facebook zu finden ist. Wenn Du Dich in einer solchen Situation befindest, sollte Dir auch eins klar werden: Du bist nicht alleine! Du bist nicht die erste Person und auch nicht die Letzte, der das passiert! Auch folgender Blog kann Dir weiterhelfen.

Und ja, es darf Dir auch wehtun - das ist völlig in Ordnung und auch normal, wenn man einen Misserfolg erlebt.

Die Alternativen

In solchen Zeiten ist es wichtig, sich klar zu werden, wo die eigenen Stärken liegen, was man tun möchte usw. Möchtest Du beispielsweise in einem sozialen Beruf bleiben oder lieber mit Deinen Fächern in die Wirtschaft gehen?

Zudem ist es besonders wichtig, sich bewusst zu machen, dass man keinen wertlosen Abschluss gemacht hat! Deine fünf Jahre Studium waren nicht umsonst und nein, Du bist auch nicht der letzte Idiot, der nichts auf die Reihe bekommt. Es gibt auch für Dich eine Stelle da draußen, die Dich hoffentlich glücklich machen wird.

Wer einen Masterabschluss hat, kann schon einmal aufatmen, denn mit diesem Abschluss liegt meist eine Qualifizierung für viele pädagogische Berufe vor. Davon müssen nur noch zukünftige Arbeitgeber überzeugt werden. Wer noch das erste Staatsexamen gemacht hat, sollte sich auf jeden Fall an sein zuständiges Kultusministerium wenden, um eine Anerkennung für einen Bachelor oder Master zu bekommen. Je nach Bundesland liegt der »Wert« des Studiums eher bei einem Bachelor oder bei einem Master.

Und ja, es gibt für Dich sicherlich passende Stellen! Zunächst kannst Du Dir überlegen, ob Du in einem Verlag – vielleicht sogar in einem Schulbuchverlag – arbeiten möchtest. Solche Stellen gibt es allerdings nicht wie Sand am Meer, weshalb man sich unter Umständen darauf einstellen, die Stadt wechseln zu müssen.

Weitere Möglichkeiten sind beispielsweise Tätigkeiten bei freien Bildungsträgern oder Arbeiten im sozialpädagogischen Bereich, Beratungsbereich, wie beim Arbeitsamt oder Jugendamt, im Personalmanagement oder in der Wirtschaft, wie über eines Deiner Fächer.

Mach Dir bewusst, dass Du über Dein Studium und Deine Ausbildungszeit wichtige Kompetenzen erworben hast. Dennoch müssen meist Weiter- und/ oder Fortbildungen besucht werden. Um sich beispielsweise ein Aufbaustudium zu finanzieren, kannst Du auch als Vertretungslehrer tätig sein.

Wie Du siehst, gibst es vielfältige Alternativen zum typischen Lehrerberuf - lass Dich daher nicht runterziehen!

Die folgende Seite bietet Dir noch einen kleinen Überblick, was alles nach der Lehramtsausbildung möglich ist. Halte aber weiterhin die Augen offen, denn es handelt sich nur um einen Teil von dem, den Du mit Deiner Ausbildung anfangen kannst.