Praktika im Überblick

Durch die Verkürzung des Referendariats in vielen Bundesländern sind dort längere Praxisphasen während des Studiums hinzugekommen, um die reduzierte Zeit auszugleichen. Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich viele Praktika absolviert werden müssen, die sich auch inhaltlich unterscheiden. Im Folgenden geben wir Dir einen kurzen Überblick, welche möglichen Praktika es bundesweit gibt. Welches im Rahmen Deines Studiums durchgeführt werden muss, kannst Du auf unserer Seite zum Praktikum "Ablauf und Bewerbung" oder auf der Internetseite Deiner Universität nachlesen.

Eignungs- und Orientierungspraktikum

Das Eignungs- und Orientierungspraktikum findet entweder bereits vor Beginn des Studiums statt oder im Laufe der ersten Semester.  Es soll dem Studierenden zeigen, ob er die richtige Wahl für sein Studienfach getroffen hat und dient einer ersten Praxiserfahrung. In diesem Praktikum ist die Hauptaufgabe die Beobachtung des Unterrichts aus der Perspektive einer Lehrkraft und es soll für Umdenken sorgen, weil viele zu dieser Zeit selbst vor kurzem noch Schülerin oder Schüler waren.

Berufsfeldpraktikum

Das Berufsfeldpraktikum hat das Ziel, den Studierenden andere berufliche Perspektiven – außerhalb des Schuldiensts – vorzustellen. Dieses Praktikum findet in der Regel spätestens im 4. oder 5. Fachsemester des Bachelor-Studiums statt und hat eine Dauer von 4 Wochen.

Betriebspraktikum

Das Betriebspraktikum soll einen Einblick in die Berufswelt außerhalb der Schule vermitteln. So sollen Möglichkeiten und Neigungen für die Berufswahl außerhalb der Schule entwickelt und berufliche Alternativen erwogen werden. Aus diesem Grund soll es in einem Produktions-, Weiterverarbeitungs-, Handels- oder Dienstleistungsbetrieb durchgeführt werden.

Berufsfelderschließendes Praktikum

Oft ist dies das erste Praktikum während des Bachelor-Studiengangs. Im berufsfelderschließenden Praktikum lernen Studierende Schule durch Hospitationen und Teilnahme an außerunterrichtlichen Tätigkeiten aus überfachlicher Perspektive kennen. Du beobachtest, beschreibst und reflektierst ausgewählte Situationen aus Schulleben und Unterricht. Dies umfasst unter anderem die selbstständige Leitung einer Unterrichtsstunde. 

Pädagogisch-didaktisches Schulpraktikum

Im pädagogisch-didaktischen Schulpraktikum übernehmen die Studierenden verstärkt Aufgaben im Schulalltag und sollen im Unterricht eingebunden werden. Unter anderem soll das Lern- und Sozialverhaltens der Schülerinnen und Schüler in der Klasse sowie das Handeln der Lehrerin und des Lehrers beobachtet werden. Über das Praktikum sollen verschiedene Lehrerinnen- bzw. Lehrerpersönlichkeiten und Unterrichtsmethoden kennengelernt werden. Ferner sollen erste Erfahrungen in der individuellen Förderung einzelner Schülerinnen und Schüler gesammelt sowie auch Eindrücke zu außerunterrichtlichen Aufgaben einer Lehrkraft vermittelt werden.

Studienbegleitendes fachdidaktisches Praktikum

Das studienbegleitende fachdidaktische Praktikum muss in einem der beiden vertieft studierten Fächer Deines Studiums absolviert werden. Es bezieht sich nicht auf ein Fach, das das Studium erweitert, und ebenfalls nicht auf das Fach Psychologie mit schulpsychologischem Schwerpunkt. Dabei sind verschiedene Organisationsformen möglich, über die Du Dich auf der Internetseite Deiner Hochschule informieren kannst.

Psychodiagnostisches Praktikum

Beim psychodiagnostischen Praktikum steht das Üben psychodiagnostischer Methoden am Beispiel der Analyse ausgewählter Merkmale des Schülerverhaltens im kognitiven, motivationalen und sozialen Bereich im Mittelpunkt.

Schulpraktische Studien

Schulpraktische Studien dienen der Erkundung des späteren Berufsfeldes und damit einer Reflexion der Berufseignung und -neigung. Gleichermaßen dienen sie dem theoretisch reflektierten Erproben von Praxis. Anders als im Vorbereitungsdienst liegt der Fokus auf der Reflexion der Erfahrungen und dem Überprüfen der eigenen subjektiven Theorien.

Praxissemester

Das Praxissemester ist in einigen Bundesländern fester Bestandteil des Lehramtsstudiums. In der Regel handelt es sich um ein fünf Monate langes Praktikum, das in einer Schule in der gewünschten Schulform und den gewünschten Fächern absolviert werden muss. In diesem Praktikum halten die Studierenden erste eigene Unterrichtsstunden und sammeln so wichtige Berufserfahrungen, die sie dann im Studium mit der Theorie verknüpfen können.