Die Klausurphase erfolgreich meistern – Tipps zum effektiven Lernen

Die Klausurphase ist wohl die unangenehmste Zeit des Studiums – eintönige, stressige Tage, überladen mit zu erledigenden Aufgaben, kaum Zeit zum Abschalten und der Bibliothek meist als neues Zuhause – und das teils mehrere Wochen lang. Kein Wunder, dass fast jeder Studierende nach einer solchen Tortur erst einmal einige Wochen Urlaub gebrauchen könnte.

Wir kennen all dies nur zu gut. Meist fiebert man letztlich einfach nur noch dem Termin der letzten Klausur entgegen – dick markiert im Kalender. Aber anstatt die Klausuren einfach nur hinter sich zu bringen, wäre es auch nicht schlecht, ein gewünschtes Ergebnis zu erreichen – insbesondere wenn die Leistungen benotet werden. Doch wie gelingt einem das? Wie lernt man effektiv? Hier erfährst du, wie du den Berg an Vorlesungsinhalten effizient durcharbeitest und wie ein optimaler Lerntag aussehen kann.

Finde deine optimale Lernzeit raus!

Jeder kennt es: Es gibt Tageszeiten, an denen man sich fit und voller Energie fühlt, während man an anderen einfach nur geschlaucht und erschöpft ist. Wann dies jeweils der Fall ist, kann bei einzelnen Personen sehr unterschiedlich sein. Wichtig ist, dass du deine produktiven Tageszeiten ausfindig machst und diese zum Lernen nutzt.

Viele Menschen können beispielsweise ein bis zwei Stunden nach dem Aufstehen am effektivsten arbeiten und kommen gegen die Mittagszeit in ein Arbeitstief. Danach steigt die Produktivität meist wieder für ein paar Stunden an.

Nach diesen Phasen solltest du daher deinen Lernrhythmus im Laufe des Tages ausrichten. Versuche in deinen produktiven Phasen so effektiv wie möglich zu lernen und nutze deine Arbeitstiefs für Pausen.

Plane deinen Tag!

Nimm dir genau vor, welche Aufgaben und Inhalte du an einem bestimmten Tag erledigen möchtest. Es ist empfehlenswert, diese „To do“-Liste bereits am Abend zuvor zu erstellen. So startest du gut organisiert in den Tag und kannst die Aufgaben nahezu automatisiert abarbeiten.

Dabei solltest du dir jedoch nicht zu viel für einen Tag vornehmen! Wenn du am Ende des Tages nicht alles geschafft hast, wird dich dies nur deprimieren und vielleicht noch mehr unter Druck setzen, weil sich dadurch deine restliche Planung verschiebt. Setz dir daher realistische Ziele! Solltest du einmal alle Aufgaben schon früher erledigt haben als gedacht, kannst du die gewonnene Zeit entweder für dich selbst nutzen oder schon mit den nächsten Aufgaben beginnen – und glaube uns, das fühlt sich viel besser an, als aufgrund überhöhter Ziele in Zeitdruck zu geraten.

Weiterhin geht es nicht darum, deinen Tag Minute für Minute durchzuplanen. Vielmehr solltest du dir ein grobes Gerüst erstellen, wann welche Aufgabe dran ist und wann Zeiten für Pausen sind. So besteht auch ein geringeres Risiko, Pausen „unbeabsichtigt“ in die Länge zu ziehen und Zeit auf sozialen Medien oder in der Mensa zu vertrödeln.

Bilde Lerneinheiten

Zu viel an einem Tag zu lernen und kaum Pausen zu machen, bringt dich nicht weiter. Es besteht eher die Gefahr, dass das Gelernte nicht richtig abgespeichert wird – dafür nutzt das Gehirn nämlich die Lernpausen. Zudem wirst du ohne Pausen auch irgendwann nicht mehr genügend Konzentration haben.

Daher ist es sinnvoll, in Lerneinheiten zu arbeiten, die sich mit Pausen abwechseln. Dies wird auch die Pomodoro-Technik genannt. So konzentrierst du dich beispielsweise 25 Minuten auf die Klausurinhalte, ohne Ablenkung, woraufhin 5 Minuten Pause folgen. Nach vier bis fünf Lerneinheiten kann dann eine längere Pause von einer halben bis einer Stunde folgen.

Dabei kann die Dauer einer Einheit individuell unterschiedlich sein. Finde heraus, welche für dich am geeignetsten ist. Sie sollte aber zwischen 20 und 40 Minuten liegen. Viel länger ist allerdings aufgrund der beschränkten Konzentrationsfähigkeit deines Gehirns nicht sinnvoll.

Nutze deine Lernpausen sinnvoll

Natürlich ist die Verführung groß, einfach den Laptop, das Tablet oder Smartphone einzuschalten und im Internet zu surfen oder die sozialen Medien zu durchforsten. Die meisten Studierenden lernen jedoch auch im Sitzen und dieses ist auf Dauer ungesund. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass es sogar das Leben verkürzt. Aus diesem Grund solltest du dich in den Pausen bewegen – vor allem in den etwas längeren. Schnapp ein wenig frische Luft. Hol dir beispielsweise einen Kaffee, mach dir einen Tee, bring den Müll raus oder dreh einfach eine Runde um den Block.

Was aber auf jeden Fall wichtig ist: Abschalten! Nimm kein neues Wissen auf. Das Gehirn benötigt die Zeit, um das Gelernte zu verarbeiten und abzuspeichern. Daher gilt: Kein Fernsehen! Kein Surfen im Internet! Kein Buch lesen! Du solltest versuchen, zur Ruhe zu kommen und so viele Eindrücke wie möglich zu vermeiden.

Berücksichtige deine Aufnahmefähigkeit an einem Tag

Viele Studenten behaupten gerne, dass sie an manchen Tagen zwölf Stunden oder länger gelernt haben. Sie seien schließlich auch schon um 08:00 Uhr morgens in der Bib gewesen. Diesen Aussagen ist jedoch nicht zu glauben, denn die Anwesenheit allein sagt nichts darüber aus, wie lange sie tatsächlich produktiv gearbeitet haben. Gerne werden die gemachten Pausen nicht bedacht. Kein Mensch kann sechs Stunden durchgehend konzentriert arbeiten. Vielmehr kommt man, wenn überhaupt, über den gesamten Tag verteilt auf rund sechs Stunden effektives Lernen.

Das hört sich für dich wenig an? Dann prüfe demnächst einmal mit einer Stoppuhr deine Lernzeit. Schalte sie also nur ein, wenn du konzentriert arbeitest.

Außerdem gilt: Wiederholen, wiederholen, wiederholen!

Neues Wissen wird nur im Langzeitgedächtnis abgespeichert, wenn es kontinuierlich wiederholt wird. Wenn wir uns erneut auf die Lerneinheiten beziehen, ist es beispielsweise sinnvoll, den neuen Stoff einer Lerneinheit vor der 5 Minuten Pause zu wiederholen. Vor der längeren Pause könnte dann der Stoff aller zuvor gemachten Lerneinheiten wiederholt werden.

Es gibt eine Tageszeit, zu der es sich besonders lohnt, Inhalte zu wiederholen: Abends vor dem zu Bett gehen! Jaaa wir können es verstehen – zu der Zeit hat man wohl am wenigsten Lust, nochmal etwas zu lernen. Aber wenn du mitten in der Klausurphase bist oder deine Klausur kurz bevorsteht, bestand dein Tag wahrscheinlich hauptsächlich aus Lernen und Kaffee trinken – dann ist er, wenn wir ehrlich sind, sowieso schon gelaufen. Außerdem haben Studien gezeigt, dass das Gehirn vor allem während des Schlafs die aufgenommenen Inhalte verarbeitet und im Langzeitgedächtnis abspeichert – und insbesondere die Eindrücke kurz vor dem zu Bett gehen.

Also raff dich am Ende des Tages noch einmal auf und geh den gelernten Stoff noch einmal durch. Widme dich besonders den Inhalten, die dir anfangs Schwierigkeiten bereitet haben. Und danach gilt wieder: Kein Fernsehen! Kein Surfen im Internet! Kein Buch lesen! Sondern die Augen schließen und ins Land der Träume schlummern.

Sorge für ausreichend Schlaf

Ein gesunder und ausreichender Schlaf ist vor allem während der Klausurphase wichtig! Noch ein Grund mehr rechtzeitig mit dem Lernen anzufangen, seine Lerntage optimal zu planen und nicht die Nächte durchzulernen.

Noch einmal alles auf den Punkt gebracht...

Vielleicht fühlst du dich jetzt ein wenig erschlagen und fragst dich, wie du das nur alles beachten sollst. Aber so viel ist es gar nicht. Daher hier noch einmal die wichtigsten Fakten zusammengefasst:

  • Plane deine Lern- und Klausurphase übergreifend grob ein, um rechtzeitig zu beginnen!
  • Plane auch deine einzelnen Lerntage!
  • Setz dir realistische Tagesziele! Nimm dir nicht zu viel vor und berücksichtige, dass du am Tag insgesamt ungefähr sechs Stunden produktiv arbeiten kannst.
  • Arbeite in Lernheiten, die sich mit kleinen und größeren Pausen abwechseln (Stichwort: Pomodoro-Technik)!
  • Nutze deine Lernpausen sinnvoll! Schalte komplett ab und bewege dich – am besten an der frischen Luft.
  • Wiederhole die neu gelernten Inhalte mehrmals am Tag!

Mit diesen Tipps solltest du nun organisierter und etwas entspannter die Klausurphase überstehen. Du weißt, worauf es ankommt, um effektiv zu lernen. Auch wenn du schon mitten in der Klausurphase sein solltest und dich vielleicht ärgerst, nicht von Beginn an so vorgegangen zu sein: Es ist nie zu spät, seine Lernstrategie zu ändern und sich den ein oder anderen Tipp zu Herzen zu nehmen. Fang jetzt an! Und solltest du schon Klausuren geschrieben haben, dann helfen dir unsere Tipps vielleicht für die nächste Klausurphase weiter. Wir wünschen euch allen auf jeden Fall viel Erfolg! Und wie immer gilt: Ruhe bewahren! Auch die scheinbar schlimmste Klausur wird irgendwann vorbei sein und wir sind uns sicher, dass diese gar nicht so schlimm sein wird, wie anfangs befürchtet. Unsere Daumen sind gedrückt!