…und am Ende kommt die Staatsprüfung – Worauf sollte man achten?

Bologna ist nicht nur eine interessante Studentenstadt in Italien, sondern auch der Ort, an dem 1999 die Bologna-Erklärung unterzeichnet wurde. Obwohl Deutschland zu den ersten Unterzeichnern zählt, tat sich für drei Studienbereiche schnell ein Problem in der Umsetzung auf; denn anders als in anderen Bereichen, folgt auf das Studium für Medizin, Jura und das Lehramt eine zweite Phase, die traditionell mit der Zweiten Staatsprüfung endet. 2017 haben nun bereits über 90% aller Hochschulen das Studium für das Lehramt modularisiert und schließen in den meisten Fällen mit dem Masterabschluss ab. In einigen Bundesländern gibt es nach wie vor die Erste Staatsprüfung, der nach erfolgreich absolviertem Vorbereitungs-dienst die Zweite Staatsprüfung folgt. Generell werden die Ersten Staatsprüfungen und der Masterabschluss als gleichwertig angesehen und bei Bewerbungen, auch länderübergreifend, gegenseitig anerkannt (siehe Lehramtstypen / Lehrermobilität).

Prüfungsabläufe / Zeitabfolgen

Gibt es eine Übersicht über die Prüfungsabläufe / Zeitabfolgen der Ersten Staatsprüfung oder dem Masterabschluss? Ja, die gibt es. Da der Aufbau der Abschlussprüfung, egal ob Erste Staatsprüfung oder Masterabschluss, allerdings der Länderhoheit unterliegt, gestaltet sich dieser dementsprechend unterschiedlich, so dass eine allgemeingültige Darstellung kaum möglich ist. Relevant sind daher vor allem die Informationen deiner Hochschule oder der zuständigen Stelle (Kultusministerium bzw. nachgeordnete Behörde).

Unbedingt zu beachten sind dabei die Fristen zur Meldung und der Vorlage aller Meldeunterlagen. Sobald man alle Unterlagen vorgelegt hat und diese als vollständig befunden wurden, wird man zur Ersten Staatsprüfung / zum Masterabschluss zugelassen. Man erhält dementsprechend die Einladungen zu den Klausuren und den mündlichen Prüfungen. Da sich die Termine über Wochen hinziehen und man als Land dazu verpflichtet ist, das Prinzip der Gleichbehandlung einzuhalten, findet die Zeugnisausgabe in der Regel zu einem bestimmten Termin statt.

Der zeitliche Ablauf des Prüfungsverfahrens ist durch das jeweilige Landesrecht (Lehrerbildungsgesetz) geregelt. In der Regel gibt es zwei Prüfungstermine (einen im Sommersemester und einen im Wintersemester). In Bezug auf die mündlichen Prüfungen werden Prüferwünsche nach Möglichkeit berücksichtigt, so dass es sich lohnen kann, sich frühzeitig um potenzielle (offiziell prüfungsberechtigte) PrüferInnen zu bemühen - ein rechtlicher Anspruch auf die Prüferwahl besteht allerdings nicht.

Wichtige Termine Ihrer Universität finden Sie entweder direkt auf deren Homepage oder auf der für die Erste Staatsprüfung / den Masterabschluss zuständige Stelle. Vorliegend eine kleine exemplarische Auswahl:

Christian-Albrechts Universität zu Kiel

Universität Duisburg-Essen

Universität Bremen

Universität Hamburg

Goethe-Universität Frankfurt

Technische Universität Dresden

Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg

Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Pädagogische Hochschule Karlsruhe

Universität des Saarlandes

Benotung

Nach welchen Kriterien findet die Benotung statt? In der Regel werden Studienleistungen in die Bewertung aufgenommen, die je nach Bundesland unterschiedlich gewichtet werden. Hinzu kommen eine wissenschaftliche Hausarbeit (Masterarbeit) und die Prüfungsleistungen, die man im Rahmen der Abschlussprüfung erwirbt.

In Hessen (Universität Gießen) z.B. gehen die Noten aus zwölf Modulen (60% der Note der Ersten Staatsprüfung), die wissenschaftliche Hausarbeit, die zugleich Teil der Prüfung und Zulassungsvoraussetzung ist, sowie Klausuren und mündliche Prüfungen in die Abschlussnote ein. Welche Module eingebracht werden müssen / können und in welchen Bereichen Prüfungen stattfinden, unterliegt der Studienordnung des jeweiligen Lehramtstypen. Für die Erstellung der Hausarbeit hat man grundsätzlich zwölf Wochen Zeit.

Abschluss der Lehrerausbildung

Die (Zweite) Staatsprüfung bildet den Abschluss der Lehrerausbildung (Initial Teacher Education) in Deutschland und findet dementsprechend am Ende des Vorbereitungsdienstes statt. Die Struktur und der Ablauf werden ebenfalls durch landesrechtliche Vorgaben geregelt. Diese findest du hier:

Baden-Württemberg

Bayern

Berlin

Brandenburg

Bremen

Hamburg

Hessen 1 / Hessen 2

Mecklenburg-Vorpommern

Niedersachsen

Nordrhein-Westfalen

Rheinland-Pfalz

Saarland

Sachsen

Sachsen-Anhalt

Schleswig-Holstein

Thüringen