BAföG

Die bekannteste und umfangreichste staatliche Studienförderung ist die Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG). Bundesweit erhalten etwa ein Drittel aller Studenten und Studentinnen BAföG.

Alle wichtigen Informationen

Bei Beginn des (Bachelor-) Studiums darf im Fall der elternabhängigen Förderung das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet sein. Wer ein Masterstudium vor Vollendung des 35. Lebensjahres beginnt, kann ebenfalls BAföG-Förderung erhalten. Voraussetzung ist das Studium an einer staatlichen oder privaten Hochschule. Gefördert werden Studierende deutscher Nationalität, aber auch Angehörige anderer Nationalität, wenn ein Elternteil oder der Ehepartner/ Lebenspartner Deutscher ist. Ebenso können Asylberechtigte, Flüchtlinge und Heimatlose sowie Studierende aus EU-Staaten mit ständigem Wohnsitz in Deutschland eine Förderung erhalten.

Der Förderungshöchstsatz beträgt 735 €, der sich wie folgt errechnet:

  • Studierende, die nicht bei den Eltern wohnen, erhalten 649 €.
  • Weitere Zusatzleistungen sind ggf. ein Zuschlag zur eigenen Krankenversicherung in Höhe von 71 € sowie zur Pflegeversicherung von 15 €.
  • Studierende, die bei den Eltern wohnen, erhalten maximal 451 € monatlich, ggf. aber ebenfalls den Zuschlag zur Kranken- und Pflegeversicherung, sodass sich in diesem Fall ein Höchstsatz von 537 € ergibt.

Wenn Du selbst Kinder hast, die in Deinem Haushalt leben, erhältst Du einen Kinderbetreuungszuschlag. Er wird für jedes Kind gewährt, das das zehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hat und beträgt für jedes Kind 130 €. Dieser Zuschlag wird als reiner Zuschuss, also ohne Darlehensanteil, gewährt.

Mit Abschluss des vierten Fachsemesters ist für den weiteren BAföG-Bezug ein Leistungsnachweis erforderlich, den Dir eine zuständige Person im Fach oder das für Dich zuständige Prüfungsamt ausstellt. So kann nachgewiesen werden, dass Du bis dahin zu absolvierende Prüfungen bestanden hast, bzw. die entsprechenden ECTS Punkte nachweisen kannst.

Die BAföG-Förderung beginnt grundsätzlich mit dem Monat der Ausbildung, frühestens aber ab dem Monat der Antragstellung. Die Förderhöchstdauer ist die in der Prüfungsordnung des Studienganges festgeschriebene Regelstudienzeit. Unter bestimmten Umständen (Krankheit, Schwangerschaft, Kindererziehung, Mitwirkung in Hochschulgremien) ist eine individuelle Verlängerung der Regelstudienzeit möglich.

Bei einem erstmaligen Fachwechsel aus einem wichtigem Grund wird das neue Studium im vollen Umfang der Regelstudienzeit gefördert. Die bereits studierten Semester werden nicht berücksichtigt.

Bei einem jährlichen eigenen Einkommen, das höher als 5.400 € ist sowie bei eigenem Vermögen über 7.500 € reduziert sich der BAföG-Anspruch. Ein 450-Euro-Minijob ist somit förderungsunschädlich. Bei der Berechnung des BAföG-Fördersatzes wird darüber hinaus das Einkommen der Eltern berücksichtigt und zwar i. d. R. das Einkommen des vorletzten Kalenderjahres. Weitere Geschwister, die sich noch in der Ausbildung befinden, werden ebenfalls berücksichtigt. Der eventuelle Förderungsanspruch kann in ungefährer Höhe online berechnet werden. Einen solchen Onlinerechner findest Du unter anderem hier. (Alle Angaben jedoch ohne Gewähr)

Das erhaltene BAföG ist grundsätzlich zur Hälfte zurückzuzahlen, jedoch beträgt der maximale Rückzahlungsbetrag 10.000 €. Die Rückzahlung beginnt fünf Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer (bei einem Bachelor-/Masterstudium bezogen auf den Bachelorabschluss). Sie erfolgt in vierteljährlichen Raten in Höhe von mindestens 315 €.

 

Die Antragstellung

Zuständig für die Bearbeitung Deines BAföG-Antrages ist das Amt für Ausbildungsförderung im Studierendenwerk in der Stadt Deiner Hochschule. Es wird jedem/jeder Studierenden empfohlen, einen Antrag auf Förderung zu stellen. Der Aufwand lohnt sich, denn oft ergeben sich Chancen einer Förderung, die auf den ersten Blick nicht ersichtlich sind. Für nähere Informationen sowieso den Service des für Dich zuständigen Studierendenwerks solltest Du die Internetseiten Deiner Hochschule besuchen. Oft können Dir hier konkrete Fragen beantwortet und sogar Probeberechnungen durchgeführt werden.

Es ist ratsam, einen BAföG-Antrag sofort nach der Einschreibung zu stellen, um nach Möglichkeit auch zu Beginn des Studiums bereits BAföG zu erhalten. Die Antragstellung sollte aber spätestens in dem Monat erfolgen, in dem das Studium beginnt, denn BAföG wird erst ab dem Antragsmonat gewährt.

 

Weitere Informationen

Weitere und stets aktuelle Informationen zum Thema BAföG findest Du auf den Internetseiten des Studierendenwerkes und der zentralen Studienberatung Deiner Hochschule sowie hier.