LifeHacks (speziell für Grundschullehrämtler)

Im folgenden erhaltet ihr hilfreiche Tipps und Ratschläge für euer Lehramtsstudium sowie das Praktikum - und das aus erster Hand von einer Lehramtsstudentin.

LifeHacks für das Lehramtsstudium

Konfuzius soll vor etwa zweieinhalbtausend Jahren gelehrt haben: "Die Ansicht eines Weisen und den Rat eines Greisen solle man nicht von sich weisen." Nun gehöre ich genau genommen nicht zu den Weisen und schon gar nicht zu den Greisen dieser Welt – in Anlehnung an die allgegenwärtige Gender-Debatte auch nicht zu den Weisinnen und Greisinnen –, sondern bin lediglich Studentin im neunten Semester des Grundschullehramtes. Dennoch habe ich während meines Studiums und meiner Praktika unzählige Erfahrungen gesammelt, viele Ratschläge erhalten, einige davon angenommen, andere ungenutzt weitergegeben und möchte die Erprobtesten von ihnen mit euch teilen. Dabei soll es nicht um das großmütterlich gut gemeinte "Schlaf ausreichend!", "Iss regelmäßig!", "Ordnung ist das halbe Leben!" gehen, sondern um Tipps direkt aus dem Inneren.

#1 "Zu einem guten Ende gehört auch ein guter Beginn."

Um in den letzten Semesterwochen nicht ins Straucheln zu geraten, bietet es sich an, schon bei der Stundenplanung einen Tag unter der Woche zum Nacharbeiten von Liegengebliebenem, zum Recherchieren in der Bibliothek, zum Schreiben von Hausarbeiten und in Prüfungshochzeiten zum Wiederholen von Vergessenem freizuhalten. Ist das nicht zu realisieren, seid schon von der ersten – zumindest aber dritten oder vierten – Uniwoche an dabei, Eure Unterlagen immer up-tp-date zu halten, da das Eis im Prüfungsfebruar bzw. die Luft im Prüfungsjuli schnell dünn werden kann. 

Damit Ihr am Ende auch schriftliche Prüfungsleistungen sorglos einreichen könnt, stellt Microsoft für den Großteil der deutschen Hochschulen Office 365 kostenlos zur Verfügung. Besorgt Euch dies zu Semesteranfang oder aktualisiert Eure Lizenz, sodass sie nicht mitten in der Hausarbeit abläuft.

 

#2 "Wer nicht an die Zukunft denkt, wird bald Sorgen haben."

Die Sorgen beziehen sich hierbei auf zu lesende Pflichtlektüre, die spätestens ab der Mitte des Semesters schon mit langen Wartezeiten aus der Bibliothek entliehen ist. Scannt euch gleich nach Veröffentlichung der Literaturliste wenigstens das wichtigste Buch; meistens kann man dies am deutlich kostengünstigsten gleich in der Unibibliothek machen. Wer lieber echtes Papier als ein Tablet in der Hand hat und noch vorbildlich mit Textmarkern markieren möchte, der kann sich die Bücher auch kopieren und zu Hause mit einer Bindemaschine vom Discounter selber binden. Auch das ist oftmals wesentlich günstiger, als ein gebrauchtes Exemplar zu erwerben.

#3 "Wissen, was man weiß, und wissen, was man nicht weiß, das ist wahres Wissen."

Zu vielen Modulen werden Tutorien angeboten, oftmals von Studenten der höheren Semester durchgeführt. Lasst euch diese 90 Minuten nicht entgehen, denn sie sind die wahrscheinlich interessantesten und lehrreichsten der ganzen Veranstaltungswoche. Hier erfahrt Ihr oft aus erster Hand, wofür der Professor berühmt, berüchtigt und ggf. unbeliebt ist, könnt gezielt Fragen zum Thema stellen und Einblicke in Prüfungen der vorigen Jahre bekommen. 

Einen hohen Mehrwert haben auch extracurriculare Workshops und Vorträge, die von Eurer Hochschule angeboten werden. Ein (un-)regelmäßiger Blick auf die Veranstaltungsseite kostet nicht viel Zeit und kann dem ein oder anderen ganz neue Wissenswelten eröffnen.

 

#4 "Wähle einen Beruf, den du liebst, und du brauchst keinen Tag in Deinem Leben mehr zu arbeiten."

Dem habe ich nichts hinzuzufügen.Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

LifeHacks für das Lehramtspraktikum

#1 "Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel."

Nichts kann den Unterricht so sehr durcheinander bringen, wie ein wackeliger Milchzahn bei Erst- und Zweitklässlern. Da die Zähne mysteriöserweise nie zu Hause, sondern immer in der Schule rausfallen oder gezogen werden – manchmal darf man sie vorher noch befühlen –, empfiehlt es sich stets, ein zusätzliches Tempotuch in der Hosentasche zu haben, damit der weiße Schatz sicher verstaut werden kann.

Für diejenigen unter Euch, die eine Vorliebe für dunkle Kleidung in allen Nuancen oder sogar eine Kreidestauballergie haben (kein Witz!), ist die Anschaffung eines Kreidehalters einer Überlegung wert. Auf diese Weise werden Kleidung und auch eben Haut von hartnäckigen Flecken und unangenehmen Ausschlägen verschont.

 

#2 "Über das Ziel hinausschießen, ist ebenso schlimm, wie nicht ans Ziel kommen."

Vor allem bei den ersten eigenen Unterrichtsplanungen fällt es oft schwer, Lernausgangslage und Arbeitstempo der Klasse richtig einzuschätzen. So lohnt es sich durchaus, beim Konzipieren der Stunde nach einer Stelle zu schauen, an der ein sinnvoller Schlussstrich gezogen werden kann, wenn das Pausenklingeln mal wieder bedrohlich nahe rückt. Liegt es allerdings noch in weiter Ferne und es gilt noch ein paar lang erscheinende Minuten zu überbrücken, ist ein Repertoire von (fachbezogenen) Spielen im Hinterkopf ein absolutes Muss.

#3 "In allen Dingen hängt der Erfolg von den Vorbereitungen ab."

In vielen sozialen Netzwerken, bei einigen Verlagsgruppen und auf einer Reihe von Onlineportalen findet Ihr vielfältige und hauptsächlich kostenfreie Ideen für die praktische Umsetzung Eures Unterrichtsthemas. Denkt dabei stets daran, dass 

Ihr das Rad nicht neu erfinden müsst – das hat übrigens nicht Konfuzius gesagt –, sondern getrost auf Bewährtes zurückgreifen könnt. Zu den Top 3 meiner Lesezeichenliste gehören Pinterest, 4teachers und Oldenbourg Klick. 

Wenn Ihr dann eine phänomenale Stunde oder einen grandiosen Block gehalten und Schüler als auch Mentor natürlich nur bildlich gesprochen vom Stuhl gehauen habt, lautet die Devise: Nichts wie ab mit allem auf die externe Festplatte zur Sicherung, durch den Kopierer zur Zweifachsicherung und am besten alles noch einlaminieren, denn auf diese Materialien könnt ihr immer wieder zurückgreifen! Ob zu Grundausstattung eines Grundschullehrers ein Laminiergerät gehört, stößt übrigens auf geteilte Meinungen, ist in meinen Augen aber eine nachhaltige und gar nicht so teure Investition.

 

#4 "Altes üben, und Neues lernen. Dann kann man als Lehrer gelten."

Nutzt die Chance im Praktikum, so viel wie möglich zu unterrichten. Schnuppert auch mal in Stunden rein, die nicht Eurer gewählten Fächerkombination entsprechen, denn in allen Bundesländer ist der fachübergreifende und fächerverbindende Unterricht obligatorischer Bestandteil der Lehrpläne. Für den berühmten Blick über den Tellerrand hinaus ist ein Praktikum in einer reformpädagogisch ausgerichteten Schule ebenfalls empfehlenswert. Auch wenn Ihr keine eingeschweißten Montessori- oder Waldorffans seid, so gibt es hier doch eine Vielzahl wertvoller Materialien, die auch in Eurem Klassenzimmer gewinnbringend eingesetzt werden können und oftmals leicht selber herzustellen sind.

 

Konfuzius und ich wünschen Euch damit ein gelingendes Studium. Vielleicht gehöre ich ja nun doch zumindest zu den Weisen?